Richtig kommunizieren: Lautstärke und Sprechtempo

Richtig kommunizieren: Lautstärke und Sprechtempo

Richtig kommunizieren

Auch die Lautstärke und das Sprechtempo sind zwei beachtenswerte Größen, die viel über Sie selbst und Ihren Gesprächspartner aussagen und ebenfalls über den Erfolg oder Misserfolg Ihrer emotionalen Kommunikation entscheiden. Denn beide sind eindeutiger Ausdruck der jeweiligen Persönlichkeit und der Emotion. Zusätzlich dienen Sie dem gegenseitigen Verständnis und dem positiven Miteinander im Gespräch und verursachen schnell gefährliche Störungen, falls sie überhaupt nicht zusammenpassen.

Die Lautstärke, in der wir gewöhnlich sprechen, sagt viel über unsere Person und unsere aktuelle Befindlichkeit aus. Reden wir eher gerne leise und zurückhaltend, dann liegt dies meistens in unserer Persönlichkeit begründet: Wir sind introvertiert, sensibel, unsicher, ängstlich oder schüchtern und spielen uns nicht gerne in den Vordergrund. Ganz anders verhält es sich, wenn wir sehr laut sprechen. Das kann ein erster wichtiger Hinweis auf unser Dominanzverhalten, ein übersteigertes Geltungsbedürfnis oder unseren besonders großen Durchsetzungswillen sein.

Lautstärke anpassen

Schwierig und unangenehm für eine gelungene Kommunikation wird es, wenn die Lautstärken der Gesprächspartner überhaupt nicht zusammenpassen. Denn ein gerne leise sprechender Mensch fühlt sich von der hohen Laut stärke des anderen schnell angegriffen, bedrängt und bedroht, reagiert mit Abwehr oder stiller Ablehnung darauf. Das gerne laut sprechende Gegenüber hingegen empfindet die geringe Lautstärke des anderen als sehr unangenehm und deutet sie als Unsicherheit, Zögerlichkeit oder mangelndes Interesse. Äußerst wichtig und beachtenswert ist eine Änderung der Lautstärke Ihres Gegenübers im Verlauf eines Gesprächs. Sie deutet einen Stimmungswechsel bei ihm an. Spricht er zum Beispiel zunächst leise und wird plötzlich lauter, dann zeigt dies, dass ihm das aktuelle Thema sehr wichtig ist. Wird er hingegen leiser, ist er möglicherweise gerade nachdenklich. In beiden Fällen sollten Sie dies bemerken, darauf eingehen und seinen Stimmungswechsel durch Fragen klären.

Das Sprechtempo

Auch das Sprechtempo spricht eine deutliche Sprache und zählt sehr! Die Geschwindigkeit, mit der Sie und Ihr Gegenüber reden, entspricht meistens der Ihres Denkens. Sie ist ihre Taktrate. Sie können nur aussprechen, was Sie zuvor erdacht haben. Ein Schnellsprecher ist oft auch ein Schnelldenker, ein langsam sprechender Mensch denkt meistens auch in einem reduzierteren Tempo. Treffen beide Typen aufeinander, dann sind erhebliche Störungen und Missstimmungen vorprogrammiert. Denn der Schnellsprecher fühlt sich vom Langsamsprecher bald hingehalten, unterfordert und gelangweilt. Es geht ihm viel zu langsam voran, er wird ungeduldig, und seine Stimmung verändert sich zum Negativen. Dem Langsamsprecher geht es genau umgekehrt: Er ist überfordert, gehetzt, kann den schnellen Gedanken des anderen kaum folgen. Er schaltet ab, und auch seine Laune sinkt.

FAZIT: Lautstärke und Sprechtempo sind wichtige Stellgrößen für Ihre gelungene, emotionale Kommunikation. Nur wenn diese bei Ihnen und dem Gegenüber halbwegs zusammenpassen, fühlen sie sich wohl. Die Emotionen stimmen, es entsteht ein Miteinander, und die wirklich wertvollen Informationen fließen. Achten Sie auf beides und gleichen Sie sich in der Lautstärke etwas an. Als Schnellsprecher machen Sie bitte mehr Pausen, als Langsamsprecher bieten Sie mehr Information.

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